Tabu-Zone Fuesse

Tabu-Zone Füsse

Verpackt in teure Schuhe, pedikürt und massiert: die Füße. Doch vom Barfuß-Gehen hält Männer wie Frauen oft die Scham ab. Die Füße riechen, sind zu breit, haben Hühneraugen, die Zehen sind nicht hübsch genug …

„Zeigt her Eure Füße“ – für viele Menschen ein Gräuel.

Kein Schwimmbad, keine Sauna, weder Sandalen noch Flipflops im Sommer, nur mit Socken ins Bett und barfuß geht überhaupt nicht? In unterschiedlichen Kulturen gibt es ganz unterschiedliche Schamgrenzen. Die Verschleierung des weiblichen Gesichts im arabischen Raum, Gefühle zu zeigen in Japan.

Fußausdünstung ähnlich tabu wie der Gang zur Toilette

Anders als in archaischen Kulturen existiert im westlichen Kulturkreis eine große Körperscham. Körperausscheidungen sind ein massives Tabu. Amerikaner gehen nicht aufs Klo. Sie benutzen den „Restroom“, den Pausenraum. Ähnlich eklig wie den Gang zur Toilette empfinden viele die natürliche Schweißabsonderung der Füße.

Fußgeruch durch das Tragen von Socken und Schuhen?

Diese Frage objektiv zu beantworten, ist im westlichen Kulturkreis nicht so leicht, da hier die große Mehrheit der Bevölkerung tagsüber ständig Socken und Schuhe trägt und nichts anderes mehr kennt. Die Erfahrung zeigt aber: Barfuß-Geher haben in der Regel keine Käsefüße. Die Haut ist viel besser belüftet und wer durch nasses Gras, Pfützen oder Bäche latscht, unterzieht sich soweiso einer natürlichen Fußreinigung.

Schweißfüße und ihre Ursachen

Die Fußsohlen und Handinnenflächen sind mit besonders vielen ekkrinen Schweißdrüsen besetzt, in der Regel etwa 500 pro cm². Diese dienen nicht der Thermoregulation, sondern der besseren Haftung der (nackten) Füße auf einer Unterlage. Dies zeigt sich auch darin, dass die entsprechende Schweißproduktion der Hände und Füße nicht vom thermoregulatorischen Zentrum, sondern einem eigenen Zentrum des Zentralnervensystems über den sympathischen Teil des vegetativen Nervensystems gesteuert wird. Das Schwitzen der Hände (Schweißhände) und Füße (palmoplantar) wird über sympathische Nervenfasern vermittelt und tritt während des Schlafes nicht auf.

Bei Schweißfüßen ist die Hornschicht der Haut durch das vermehrte Schwitzen ständig durchfeuchtet, so dass diese aufweichen und aufquellen kann – eine Veränderung, die im englischen Sprachraum als pitted keratolysis bezeichnet wird. Zu den verstärkenden Faktoren sind luftundurchlässige Schuhe oder Socken zu nennen, die zur Bildung einer sogenannten feuchten Kammer, also einer Schweißansammlung am Fuß, führen können.

Gemeinsam auf freiem Fuß

Die wichtigen Grenzen des intimen Raums bestimmen bei jedem einzelnen wem er sich nackt oder auch nur mit unbedeckten Füßen zeigen will. Wenn beim gemeinsamen Barfuß-Erlebnis in einer Gruppe kollektiv Bloßfüßigkeit vereinbart ist, ist das was anderes und fällt meistens ganz leicht. Nicht zuletzt deshalb macht für Barfuß-Neulinge das gemeinsame Erlebnis viel Spaß.

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